04.03.2013

Magenbrennen & Co.


 

Leiden Sie unter Magen- oder Sodbrennen, saurem Aufstossen, Brennen hinter dem Brustbein nach dem Essen, Druck- oder Schmerzgefühl im Oberbauch, Reizhusten? Dann könnte eine Refluxkrankheit vorliegen. Dabei kommt es zu vermehrten Reflux (Rückfluss) von Magensäure und/oder Galle aus dem Magen in die Speiseröhre, was zu entzündlichen Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut und obengenannten Beschwerden führen kann.

 

Die Speiseröhre ist ein Muskelschlauch, der den Mund mit dem Magen verbindet. Vor dem Übergang in den Magen bildet die Speiseröhrenmuskulatur einen ringförmigen Schließmuskel, der sich beim Schlucken öffnet und danach wieder schliesst, um Reflux zu vermeiden.

 

Begünstigend für Reflux kann ein Zwerchfell-Bruch (Zwerchfell- oder Hiatushernie) sein. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung der natürlicherweise bestehenden Zwerchfell-Lücke, durch welche die Speiseröhre vom Brust- in den Bauchraum bzw. in den Magen tritt. Die Ursache dafür ist oft unklar (Veranlagung, Bindegewebsschwäche).

 

Die Refluxkrankheit ist, in deutlich unterschiedlichen Schweregraden, recht häufig (10-20% der Erwachsenen). Durch gezielte Fragen kann der Arzt die Verdachtsdiagnose einer Refluxproblematik stellen. Treten die Beschwerden wiederholt, während mehrerer Wochen und insbesondere bei über 50-Jährigen auf, ist die Abklärung mittels Endoskopie (Magenspiegelung) angezeigt. Diese Untersuchung kann heutzutage schmerzlos durchgeführt werden und erlaubt es andere Krankheiten auszuschliessen (z.B. Speiseröhrenkrebs).

 

Einige wichtige Punkte zur Behandlung: Übergewicht – Reduktion äusserst wichtig;  nicht flach Liegen mit vollem Magen – drei Stunden vor dem Schlafen nichts mehr essen; wenn nötig vermeiden (oder nur in kleinen Quantitäten einnehmen): Alkohol, Kaffee, Pfefferminze, Schokolade, Orangensaft, Tomaten, fettige und üppige Mahlzeiten, bestimmte Medikamente, Nikotin, etc.; zu enge Kleidung meiden; nicht Bücken oder Lastenheben nach dem Essen. 

 

Neben Hausmitteln (z.B. Milch) kann medikamentös behandelt werden, z.B. mit Antazida (Kautabletten, Gels) oder mit Protonenpumpen-Inhibitoren (Tabletten), welche die Säureproduktion des Magens sehr effektiv vermindern und damit die durch Reflux bedingte Entzündung zur Abheilung bringen können. In seltenen Fällen kann eine operative Therapie sinnvoll sein.

 

Dr. med. Livio Rossi, Basel

 

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