26.02.2013

Brustkrebsfrüherkennung – soll ich am Mammografie-Screening teilnehmen?


Nach langjährigen Diskussionen wird jetzt auch in Basel ein Brustkrebs-Screening-Programm eingeführt. Das Screening wird  in Basel Stadt voraussichtlich in der 2. Jahreshälfte 2013 beginnen. Frauen zwischen dem 50. und dem 70. Lebensjahr werden alle 2 Jahre zur Teilnahme am Screeningprogramm eingeladen. Die Teilnahme am Screening ist freiwillig.

Welche Vorteile hat die Teilnahme am Screeningprogramm für Brustkrebs?

Die Tumoren, welche in einem Screenig-Programm entdeckt werden, sind wesentlich kleiner als solche, welche als Tastbefunde auffallen. Die Erkennung kleiner Tumoren verbessert die Behandlungschancen des Brustkrebses deutlich. Bei kleinen Tumoren findet man nur selten Ableger in den Lymphknoten der Achselhöhle. Grossangelegte und gewissenhafte Studien zeigten, dass  qualitätskontrollierte Screeningprogramme Brustkrebstodesfälle verhindern können. Das Risiko am Brustkrebs zu sterben, wird für die Teilnehmerinnen eines Screeningprogrammes um etwa 25% reduziert. 

Die Qualität von Mammografien, die im Rahmen eines Screeningprogrammes angefertigt werden, unterliegt einer strengen Kontrolle.  Bei Mammografien, die auf individueller Basis durchgeführt werden, ist das nicht gewährleistet. Röntgenassistentinnen, welche die Mammografien im Rahmen von Screening-Programmen durchführen, haben eine spezielle Ausbildung. Ärzte und Ärztinnen, die diese Mammografien beurteilen, sind ebenfalls dafür ausgebildet und ihre Befunde unterliegen einer ständigen Qualitätskontrolle. Jede Mammografie wird unabhängig durch zwei verschiedene Radiologen beurteilt – bei Bedarf wird eine Drittmeinung eingeholt. Die Kosten der Mammografien, welche im Rahmen eines Screening-Programmes durchgeführt werden, übernehmen die Krankenkassen. Die Screeningmammografien sind von der Franchise befreit.

Hat  die Teilnahme am Screeningprogramm für Brustkrebs Nachteile?

Es ist möglich, dass eine Frau Brustkrebs hat, der in der Mammografie aufgrund des sehr dichten Drüsengewebes nicht sichtbar ist oder nicht erkannt wird. Bei dieser Frau liegt dann ein «falsch-negativer» Befund vor. Im Rahmen eines Screeningprogrammes werden auch kleine Tumoren entdeckt, die der älteren Frau vermutlich nie Beschwerden bereiten würden. In einem solchen Fall spricht man von einer «Überdiagnose». Beide Situationen sind selten. Da es nicht möglich ist vorauszusagen, welche Tumoren ungefährlich bleiben, wird empfohlen, alle entdeckten Brustkrebserkrankungen zu behandeln. Bei einigen Frauen, die mit einem verdächtigen Befund konfrontiert werden, stellt sich durch ergänzende Untersuchungen heraus, dass kein Brustkrebs vorliegt, sondern eine gutartige Veränderung. Die Mammografie war bei diesen Frauen «falsch-positiv». Die zusätzlichen Untersuchungen und die vorübergehende Ungewissheit können für die betroffene Frau belastend sein. 

Die Vorteile einer Teilnehme am Screening zur Früherkennung des Brustkrebs überwiegen deutlich die Nachteile. Sollten Sie diesbezüglich weitere Fragen haben, verweisen wir Sie auf die Internetseite der Krebsliga Schweiz: WWW.krebsliga.ch

 

Dr.med. Sophie Dellas

Universitätsspital Basel

Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin

Petersgraben 4

CH-4031 Basel

Sophie.Dellas(at)uhbs.ch

MEDGES INTERN


Benutzername
Passwort